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Nachhaltig telefonieren – grüne Tarife und Allnet Flat nutzen

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nachhaltig telefonieren

Der Trend geht zum nachhaltigen Konsumieren und das bedeutet konkret, dass immer mehr Verbraucher beim Einkaufen Wert auf nachhaltige Produkte legen, die einen möglichst kleinen Co2 Fußabdruck haben und auch darüber hinaus so hergestellt werden, dass sie die Umwelt möglichst wenig schädigen. Das betrifft mittlerweile fast alle Bereiche beim Einkaufen und die Hersteller und Händler haben in vielen Fällen bereits darauf reagiert und bieten mit Siegeln und Zertifikaten Orientierung, welche Produkte diesen Anforderungen genügen und welche auch eher nicht.

Nachhaltigkeit bei Handys und Smartphones noch eher die Ausnahme

Im Technik-Bereich und vor allem bei Handys und Smartphones sind solche Ansätze bisher allerdings eher selten zu finden. Das hat mehrere Gründe. Zum einen setzen Technik-Produkte oft auf Materialien, die selten sind und die daher von weit her nach Deutschland gebracht werden müssen. Darüber hinaus stellen Anbieter teilweise jedes Jahr oder sogar jedes halbe Jahr neue Modelle vor undanimieren die Nutzer dazu, neue Produkte zu kaufen, die an sich gar nicht notwendig wären. Und ein dritter Punkt: bei Defekten sind aktuelle Handys oft so komplex aufgebaut, dass eine Reparatur sehr teuer ist und viele Nutzer sich daher direkt neue Geräte kaufen.

Einige Anbieter versuchen aber auch hier eigene Wege. Apple beispielsweise verbraucht sehr viele recycelte Rohstoffe und hat Prozesse entwickelt, wie man die Materialien aus den alten iPhone Modellen wieder zurückgewinnen kann.

Apple schreibt beispielsweise dazu:
Das iPhone ist auf die Verfügbarkeit hochwertiger Materialien angewiesen. Eines Tages möchten wir alle diese wertvollen Ressourcen nur noch aus erneuerbaren und recycelten Quellen beziehen. Vor Kurzem sind wir für die Beschichtung der Hauptplatine und die Kabel der Front‑ und Rückkameras auf zu 100 % recyceltes Gold umgestiegen. Wir verwenden jetzt zu 100 % recycelte Selten­erdelemente in allen Magneten. Zu 100 % recyceltes Wolfram in der Taptic Engine. Und zu 100 % recyceltes Zinn im Lötmittel auf der Hauptplatine und in der Einheit für das Batterie-Management. Des Weiteren haben wir die Ver­packung überarbeitet, damit das Auspacken besser für die Umwelt ist und für dich ein großartiges Erlebnis bleibt.

Komplett CO2-neutral sind die Modelle damit aber dennoch nicht, Apple will dieses Ziel auch erst 2030 erreichen. Andere Hersteller sind noch deutlich wenig weit bei der Umstellung auf nachhaltige Produkte.

Es gibt aber auch positive Ausnahmen in diesem Bereich. Die Marke Fairphone versucht, sowohl nachhaltige als auch fair produzierte Smartphones herzustellen und hat mit dem Fairphone 4 bereits mehrere Generationen dieser Geräte auf dem Markt. Die Geräte sind bereits jetzt Elektroschrott-neutral, bieten 5 Jahren Garantie und eine gute Reparierbarkeit, so dass man auch ohne Fachwerkstatt die meisten Defekte wieder beheben kann. Fairphone setzt zwar auf nicht ganz so leistungsstarke Technik wie Apple in den iPhone Modellen, aber dennoch bekommt man solide Geräte mit guter Technik, die nachhaltig hergestellt wurden.

Es geht aber natürlich auch anders. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland eine ganze Reihe von Portalen, die gerbrauchte und überarbeitete Geräte anbieten. Dann bekommt man kein Neugerät, sondern ein Smartphone, das bereits im Gebrauch war und daher eine gute Umweltbilanz direkt mitbringt. Das ist dann vielleicht nicht die neuste Generation an Smartphones auf dem Markt, aber auch mit Geräten von vor einigen Jahren kann man immer noch mehr als gut arbeiten.

Immer noch ein Problem: grüne Handytarife und Allnet Flat

Nachhaltigkeit beim Betrieb der Handys und Smartphones zu erreichen ist dagegen kompliziert. Derzeit gibt es in Deutschland kein Mobilfunk-Netz, das CO2 neutral betrieben wird und daher fallen beim telefonieren, SMS schreiben und auch beim Surfen im mobilen Internet immer Emissionen an. Nachhaltige und grüne Flat sind daher technisch derzeit noch nicht möglich. Die Netzbetreiber arbeiten an diesem Thema, aber es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis die Klimaneutralität erreicht ist. Telekom und Vodafone peilen dieses Ziel beispielsweise bis 2025 an, bei Vodafone heißt es zum Thema Nachhaltigkeit:

Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2025 wollen wir klimaneutral werden. Und bis 2040 komplett emissionsfrei. Seit 2020 nutzt Vodafone Deutschland zu 100% Strom aus erneuerbaren Energien. Und jetzt stellen die Vodafone-Unternehmen ihre Netze in ganz Europa auf 100% erneuerbare Energien um. Ein weiterer Schritt auf unserem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.

Mit unserer GigaGreen-Strategie machen wir Digitalisierung nachhaltig: Unsere Netze bekommen Grünstrom, die Mobilfunk-Masten integrierte Wind- und Solaranlagen. Neue Technologie macht sie noch effizienter. Auch unsere Lieferketten werden grün – und die Fahrzeugflotte elektrisch. Zugleich helfen wir der deutschen Industrie, mit smarten Lösungen noch mehr Treibhausgase einzusparen.

Einige Discounter setzen daher auf andere Wege, um mit ihren Handytarifen Nachhaltigkeit zu erreichen und kompensieren die anfallenden CO2 Emissionen über externe Anbieter. Konkret wird daher der CO2 Bedarf für die Nutzung ermittelt und dann wird über Emissionsportale diese Nutzung wieder kompensiert. Das ist nicht billig und dafür fallen extra Kosten an, so dass diese Tarife in der Regel etwas teurer sind, weil der Preis für die Co2 Kompensation in der monatlichen Grundgebühr mit enthalten ist.

Bisher gibt es aber nur wenige und eher kleine Anbieter, die auf dieses Konzept setzen. Die Marken, die auf diese Weise arbeiten sind beispielsweise WeTell (ein Anbieter im Tele2 Netz, der per Crowdfunding gegründet wurde) und Goood – ein Vodafone Netz Mobilfunk-Anbieter, der bereits seit einigen Jahren auf dem Markt ist und es auch erlaubt, über die monatliche Grundgebühr an ausgewählte Projekte zu spenden. Die Marken sind allerdings eher kleine Anbieter und haben oft auch keine passenden Handys um Angebot – man braucht also in der Regel ein passendes Gerät um sich dann einen nachhaltigen Tarif dazu zu holen.

Insgesamt gesehen gibt es auch im Mobilfunk-Bereich erste Lösung für Nutzer, die gerne auf nachhaltige Produkte und deren nachhaltige Nutzung setzen, aber im Vergleich zu anderen Bereichen ist die Auswahl bei Handys, Smartphone und den dazu passenden Flatrates noch eher gering. Man kann aber wohl durchaus davon ausgehen, dass in den kommenden Jahren dieses Thema auch im Mobilfunk immer breiter ausgerollt wird und daher immer mehr Anbieter diese Ansätze nutzen um ihren Kunden grüne Angebote machen zu können.

Ein komplett anderer Weg sind gebrauchte Handys und Smartphones. Diese findet man mittlerweile generalüberholt (refurbed) bei vielen Händlern und einige Plattformen haben sich sogar auf diese Form der Smartphones spezialisiert. Wenn man Handys auf diese Weise ein zweites Leben gibt, nutzt man die Geräte natürlich deutlich nachhaltiger, als bei jeweils einem neuen Smartphone. Allerdings kann man dann in der Regel auch nicht auf die neusten Modelle setzen, aber mittlerweile ist die Technik so weit fortgeschritten, dass auch ältere Handys und Smartphone noch ohne Probleme im täglichen Einsatz bestehen können. Wer also nicht immer das neuste Handy benötigt, findet bei gebrauchten Geräten immer gute und nachhaltige Alternativen.

Das nachhaltige Shopping im Bereich von Handytarifen und Smartphones ist damit immer noch deutlich komplizierter als bei vielen anderen Produkten, es gibt mittlerweile aber gute Möglichkeiten, wie man sowohl bei der Hardware als auch bei den Tarifen und Flatrates auf Nachhaltigkeit achten kann und es ist davon auszugehen, dass immer mehr Anbieter in diesem Bereich dieses Thema zukünftig aufgreifen werden.

Foto: pixabay.com

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