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Der Beyond Meat Hype

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Der Beyond Meat Hype - wirklich nachhaltig?

Der Anbieter für fleischlose Burger Pattys kam wie aus dem Nichts. Und der Erfolg für den veganen Fleischersatz ließ nicht lange auf sich warten. Ganz ohne Ei, Milch und ohne Fleisch hat das vegane Pendant zum fettigen und ungesunden Fleischbratling den Nerv der Zeit getroffen. Das Unternehmen „Beyond Meat“ aus Kalifornien machte seinen ersten Umsatz in den USA, als es 2009 von Ethan Brown als Start-Up gegründet wurde. Anfänglich mit kleinen Finanzspritzen befreundeter Investoren ging es dann von den USA aus nach Europa. Seit 2019 ist man auch in Deutschland am Start. Kaum waren die Produkte in den Regalen von Lidl, musste man schon in einer Presseerklärung mitteilen, dass der Hersteller nicht mit der Produktion nachkommt und es zu Verzögerungen bei der Lieferung kommt. Als exklusiver Partner war Lidl zwar auf die hohe Nachfrage eingestellt, konnte jedoch nichts an der Knappheit beim Produzenten tun.

Warum sind Veggie-Patties nachhaltig?

Die nur 2mal bei Lidl erhältlichen Veggie-Patties waren im Nu vergriffen. Der Discounter arbeitet genauso wie die Konkurrenz an eigenen Produkten von Veggie-Burgern. Diese werden dann aber in Deutschland hergestellt. Somit entfallen die langen (nicht wirklich nachhaltigen) Transportwege. CO2 wird eingespart und damit das Klima geschützt. Der Erfolg von Beyond Meat zeigt den Trend. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im zweiten Quartal des Jahres unglaubliche 287% mehr Umsatz erwirtschaftet. Das entspricht rund 67,3 Millionen US-Dollar.

Das im Labor hergestellte Produkt kann nur dann nachhaltig sein, wenn es ohne lange Transportwege auskommt und seine Zutaten aus nachhaltiger Landwirtschaft stammen. In einem Kilo Rindfleisch stecken rund 15.000 Liter Wasser und ca. 10 Kilo Futter. Damit erzeugt die Massentierhaltung und die Fleischproduktion mehr Treibhausgase als die Ölindustrie. Durch den Verzicht auf Fleisch geht mehr Weide- und Ackerland zurück an die Natur, wird Energie und Wasser eingespart und der Ausstoß von CO2 reduziert. Laut Hersteller von Beyond Meat braucht das Unternehmen für die Burger Produktion nur rund die Hälfte der Energie und 93% weniger Fläche als für die vergleichsweise Menge an Rindfleisch.

Kann man Beyond Meat Produkte auch schon in Deutschland kaufen?

Im Internet findet man unter gourmondo.de die Angebote von Beyond Meat Burger in 10 er Boxen zum Preis von 35,90€ für 1130g. Weitere Aktionsangebote von Beyond Meat soll es beispielsweise bei Netto in Kürze geben.

Gibt es neben Beyond Meat weitere Hersteller?

Aldi SÜD und Lidl haben gerade erst angekündigt mit einer eigenen Kreation an Veggie-Burgern den Hunger der Kunden stillen zu wollen. Protein Burger gibt es aber auch unter anderem von Alberts/Purvegan, Vegan Super Hero Burger von Wheaty, Bio Burger von Vantastic Foods und Burger Patties von Like Meat. Ein weiterer Anbieter ist beispielsweise Kellogg mit seiner Tochterfirma Morningstar Farms. Und bei Metro findet sich die Beyond Sausage, also eine fleischlose Bratwurst, demnächst im Kühlregal.

Ist Beyond Meat wirklich nachhaltig? Das Fazit!

Ist Beyond Meat auch wirklich nachhaltig?Nicht genug, dass die veganen Pattys eine Wohltat für fleischlose Gaumen sind. Sie sind grundsätzlich als fleischlose Variante auch ein nachhaltiges Produkt. Der vegane Burger auf Erbsenproteinbasis ist seit Mai 2019 an der Börse. Inzwischen wird das Startup von Größen wie Bill Gates, Leonardo DiCaprio und weiteren namhaften Geldgebern unterstützt. Für Konsumenten, die das schlechte Gewissen beim Thema Tierschutz plagt, ist mit Beyond Meat sicherlich ein Stern am Himmel aufgegangen. Doch beim Thema Nachhaltigkeit lohnt der Blick ins Detail. Wer das begehrte Hype-Patty genauer ansieht, erkennt Rote-Beete Saft für die Farbe, Erbsen für die Basis und Raucharoma für den Geschmack. Dazu jede Menge Stabilisatoren, Antioxidationsmittel, modifizierte Stärke, Maltodextrin und Gummi Arabicum.

Nehmen wir letzteres mal unter die Lupe: Die leicht süßlich schmeckende Klebesubstanz ist häufig voller Verunreinigungen. Zudem birgt sie ein hohes allergenes Risiko und stammt aus dem Sudan. Dort werden unter ethnischen und politischen Konflikten ohne nachhaltige Nutzungsstrukturen Akazien-Bäume kultiviert, aus denen der Pflanzensaft als Exsudat aus dem Harz entsteht. Die Energie kommt aus den geschmacksneutralen Kohlenhydraten der wasserlöslichen Stärke. Als Rohstoffe dient Malzzucker und Traubenzucker, wobei der Malzzucker aus kurz gekeimten und wieder getrocknetem Getreide wie Gerste, Weizen oder Roggen hergestellt wird. Jeder dieser pflanzlichen Stoffe hat schon für die Zubereitung einen langen Transportweg hinter sich. Für den Anbau kommen herkömmliche Agrarmethoden zum Einsatz, bei denen Nachhaltigkeit keine wesentliche Rolle spielt.

Hier gilt Masse vor Klasse und an chemischen Hilfsmitteln wird nicht gespart.

Wer sich die Beyond Meat Burger Patties über Gourmondo nach Hause bestellt, wird zudem schnell feststellen, wie viel sinnlose Verpackung da zusammen kommt. Trockeneis, Plastik, Papier und Styropor. Nachhaltigkeit ade! Am Ende leistet der Verbraucher auch mit dem Versand aus den USA keinen positiven Beitrag für das Klima. Der Fingerabdruck einer klimaneutralen Produktion ist auch beim Kauf von Beyond Meat bei diversen Discountern nicht besser. Denn die beziehen die Ware ja ebenfalls aus den USA. Allein der Transportweg metzelt die Ökobilanz der fleischlosen Produktion dahin… Wer wirklich ernsthaft auf Nachhaltigkeit setzt, sollte deutsche Produkte abwarten, die dann hoffentlich plastikfrei verpackt in den Handel gelangen.

Video: Voller Fleischgeschmack ohne Fleisch

Foto: BeyondMeat.com / Grafik: pixabay.com

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