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Containern bald legal?

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Containern bald legal

Containern ist eine Form der Lebensmittel-Beschaffung, bei der Menschen Lebensmittel aus dem Abfall von Supermärkten oder anderen Läden nehmen bzw retten, die weggeworfen wurden. Dies kann aus verschiedenen Gründen geschehen, wie z.B. Mindesthaltbarkeit überschritten, Überbestände, Fehlproduktionen oder kosmetische Mängel.

Einige Menschen containern aus finanziellen Gründen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, während andere es tun, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. In jedem Fall kann Containern dazu beitragen, die Auswirkungen von Armut und Umweltverschmutzung zu verringern.

Containern leider oft noch illegal

Containern ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. In einigen Ländern wie auch Deutschland ist es derzeit noch illegal, Lebensmittel aus Containern vor Supermärkten oder anderen Einrichtungen zu entnehmen, ohne dafür bezahlt zu haben. Dies kann zu Problemen mit dem Gesetz führen und Menschen davon abhalten, diese Praxis auszuüben. Laut Strafgesetzbuch wird das Containern aktuell noch mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder mit einer Geldstrafe geahndet.

Einige Supermärkte und andere Unternehmen haben jedoch auf die Praxis des Containerns reagiert und arbeiten daran, ihre Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Dies kann durch die Verwendung von kleineren Verpackungen, die Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln oder die Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsorganisationen erfolgen, um Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen.

Es gibt auch Organisationen und Initiativen, die sich dafür einsetzen, dass Containern legalisiert und unterstützt wird. Sie argumentieren, dass es ein legitimer Weg ist, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und das Leben von Menschen in Armut zu verbessern.

Insgesamt ist Containern ein komplexes Thema mit sowohl positiven als auch negativen Aspekten. Es kann dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und das Leben von Menschen in Armut zu verbessern, aber es kann auch Probleme mit dem Gesetz und mit Unternehmen verursachen. Es ist wichtig, die verschiedenen Perspektiven zu berücksichtigen und nach Lösungen zu suchen, die sowohl Umwelt- als auch soziale Belange berücksichtigen.

Politik für Legalisierung, Handelsverband dagegen

Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) sprechen sich derzeit dafür aus, die Strafen für das Containern abzuschaffen, wenn dies die Umstände im Einzelfall zulassen. Cem Özdemir sagt: “In Deutschland landen leider noch viel zu viele Lebensmittel im Müll. Wer Lebensmittel vor der Tonne rettet, sollte dafür nicht weiter strafrechtlich verfolgt werden. Das Containern nicht strafrechtlich zu verfolgen, ist einer von vielen Bausteinen im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Hier können auch die Bundesländer einen konkreten Beitrag leisten. Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, dass Nahrungsmittel dorthin kommen, wo sie hingehören: auf den Teller und nicht in die Tonne.”

Schließlich werden laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) pro Jahr etwa 11 Millionen Tonnen (!) genießbare und ungenießbare Lebensmittel weggeworfen. Das entspricht einem Wert von 234 Euro pro Person und Jahr. Ein Drittel davon entfällt auf Obst und Gemüse. Danach folgen Back- und Teigwaren sowie Speisereste. Der Handelsverband Lebensmittel (BVLH) ist trotzdem strikt dagegen. Er sieht erhebliche Risiken für die Gesundheit und warnt vor unsichtbaren Gefahren. Zur Entsorgung bestimmte Lebensmittel in Abfallbehältern stellen laut BVLH-Haupt­geschäfts­führer Franz-Martin Rausch eine potenzielle Gesundheitsgefahr dar. Es könnten zum Beispiel Lebensmittel aus Waren­rück­rufen dabei sein, die mit Fremdkörpern wie Glas- oder Metallsplittern verunreinigt seien. Solche Gefahren sehe man den Produkten nicht an.

Goldene Tonne als Alternative zum Containern

Guido Gartmann betreibt im Raum Osnabrück 15 EDEKA-Supermärkte. Er hat kürzlich die “Goldene Tonne” ins Leben gerufen. Diese befindet sich hinter der Kasse und enthält Ware, die so im Einzelhandel nicht mehr verkauft werden kann oder darf. Kunden dürfen sich nach dem Einkauf einfach mitnehmen, was sie gebrauchen können. “Das Wichtigste ist, dass möglichst viele Geschäfte dazu gebracht werden, nichts mehr wegzuwerfen”, erklärt Gartmann in einem Bericht das NDR. Wenn diese Idee Schule machen würde, gäbe es auch keinen Grund mehr zum Containern. Der goldene Container bedeutet für Gartmann zwar einen personellen Mehraufwand. Dafür bleiben die Lebensmittel-Abfalltonnen vor seinen Märkten aber leer.

Pro und Contra zur Legalisierung des Containerns in Deutschland

Die Legalisierung von Lebensmittel-Containern in Deutschland ist ein kontroverses Thema, das sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Wir fassen diese nochmal für Euch kurz zusammen.

Vorteile

  • Einer der Vorteile der Legalisierung wäre, dass es eine Möglichkeit geben würde, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Laut einer Studie der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) werden in Deutschland jährlich sogar etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Ein Teil davon könnte durch die Verteilung an Bedürftige über Lebensmittel-Container vermieden werden.
  • Ein weiterer Vorteil wäre, dass die Legalisierung von Lebensmittel-Containern dazu beitragen könnte, die Armut in Deutschland zu reduzieren. Laut einer Studie des Deutschen Caritasverbandes leben etwa 13 Millionen Menschen in Deutschland in Armut oder drohender Armut. Für diese Menschen könnten Lebensmittel-Container eine wichtige Quelle für günstige und gesunde Lebensmittel sein.

Nachteile

  • Ein Nachteil der Legalisierung wäre jedoch, dass die Qualität der Lebensmittel, die über die Container verteilt werden, nicht immer gewährleistet werden kann. Einige Lebensmittel könnten bereits abgelaufen sein oder beschädigt sein, was dazu führen könnte, dass sie nicht mehr sicher zu verzehren sind.
  • Ein weiterer Nachteil könnte das Imageproblem sein, das mit der Verteilung von Lebensmitteln über Container verbunden ist. Manche Menschen könnten die Verteilung von Lebensmitteln über Container als stigmatisierend empfinden und es könnte ein negatives Image entstehen.

Fazit:

Die Legalisierung von Lebensmittel-Containern in Deutschland kann ein wichtiger Schritt sein, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und Armut zu bekämpfen. Es gibt jedoch auch Nachteile, insbesondere bezüglich der Qualität der Lebensmittel und des Images, die berücksichtigt werden sollten. Um sicherzustellen, dass die Verteilung von Lebensmitteln über Container wirklich nachhaltig und sinnvoll ist, sollten Regulierungen und Qualitätskontrollen eingeführt werden. Es ist wichtig, dass sowohl die Vorteile als auch die Nachteile sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Am besten wäre es natürlich, wenn erst garnichts weggeschmissen werden müsste. Dazu müssten natürlich auch wir Verbraucher unser Konsumverhalten anpassen. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn Initiativen wie die des Supermarktbetreibers in Osnabrück Schule machen würden.




Bild von tookapic auf Pixabay

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