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Ratgeber: Stoffwindeln

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Ratgeber: Stoffwindeln

Stoffwindeln haben in den letzten Jahren wieder an Beliebtheit gewonnen, vor allem da sie als nachhaltigere Alternative zu Wegwerfwindeln gelten. Viele Eltern wissen allerdings gar nicht genau, was Stoffwindeln eigentlich sind, worin ihre Vor- und Nachteile bestehen und ob sie denn auch tatsächlich umweltfreundlicher sind als Wegwerfwindeln. Der folgende Artikel gibt einen Überblick.

Was sind Stoffwindeln?

Stoffwindeln bestehen im Unterschied zu Wegwerfwindeln zur Gänze aus Stoff und können daher nach Gebrauch einfach gewaschen und wiederverwendet werden. Da Stoffwindeln in den letzten Jahren wieder an Beliebtheit gewonnen haben, ist das Angebot dementsprechend groß. Im Groben können sämtliche Stoffwindelarten in zwei Systeme unterteilt werden: All-in-Ones und Überhosen mit Einlagen.

All-in-Ones sind Wegwerfwindeln von der Verwendung her sehr ähnlich, da auch sie aus einer wasserdichten Außenhülle bestehen, in die eine Einlage fest eingenäht ist. Bei Überhosen mit Einlagen hingegen sind die beiden Einzelteile nicht miteinander vernäht und können deshalb beliebig kombiniert werden. Allerdings erfordert hier das Anziehen etwas mehr Übung als bei All-in-Ones.

Vor- und Nachteile von Stoffwindeln

Wer einen Umstieg auf Stoffwindeln in Erwägung zieht, wird sich zuerst einmal über die Vor- und Nachteile informieren. Die folgenden Punkte tauchen bei der Recherche immer wieder auf:

Vorteile von Stoffwindeln

Ein erster wichtiger Punkt, der für Stoffwindeln spricht, ist, dass sie keinen Müll produzieren, da sie nach Gebrauch gewaschen und wiederverwendet werden, anstatt wie Wegwerfwindeln im Müll zu landen. Dadurch, dass Stoffwindeln wiederverwertet werden können, müssen sie auch nicht ständig nachgekauft werden, wodurch viel Geld eingespart werden kann. Doch nicht nur für die Umwelt und die Geldbörse ergeben sich Vorteile durch die Verwendung von Stoffwindeln, auch dein Baby hat was davon. Stoffwindeln enthalten nicht so viele Chemikalien wie Wegwerfwindeln und sind deshalb sanfter zur Haut deines Babys. Außerdem gibt Stoff eine bessere Rückmeldung über die Ausscheidungen des Babys, was sowohl den Eltern dabei hilft, diese schneller zu bemerken, als auch das Baby darin unterstützt zu lernen, auf seine Ausscheidungen zu achten.

Nachteile von Stoffwindeln

Doch neben diesen zahlreichen positiven Aspekten bringen Stoffwindeln selbstverständlich auch ein paar Nachteile gegenüber Wegwerfwindeln mit sich. Zum einen verursachen sie dadurch, dass sie gewaschen werden müssen, größere Wäscheberge und benötigen Platz zum Aufhängen oder einen Trockner. Außerdem sind sie zwar auf lange Sicht gesehen kostengünstiger, allerdings muss beim Kauf ein größerer Betrag auf einmal ausgegeben werden, anstatt dass wie bei Wegwerfwindeln Woche für Woche kleinere Beträge benötigt werden. Auch in der Anwendung sind Stoffwindeln etwas unpraktischer, besonders wenn man unterwegs ist. Zudem dauert das Wickeln mit Stoffwindeln länger und benötigt mehr Übung als mit Wegwerfwindeln.

Beide Windelarten bieten also, wie man sieht, ihre Vor- und Nachteile. Welche Aspekte für einen selbst schlussendlich ausschlaggebend sind, muss jede und jeder natürlich für sich entscheiden. Einen guten Überblick über Vor- und Nachteile gibt beispielsweise auch diese hier.

Stoffwindeln vs. Wegwerfwindeln: Was ist nachhaltiger?

Für viele Eltern ist das entscheidende Argument, das sie von der Verwendung von Stoffwindeln überzeugt, jenes, dass sie im Vergleich zu Wegwerfwindeln nachhaltiger sind. Aber ist das wirklich so?

Ein Baby macht in der Zeit, bis es lernt, selbst aufs Töpfchen zu gehen, zwischen 4.000 und 6.000 Windeln voll, was ungefähr einer Tonne Müll entspricht. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) machen volle Windeln mancherorts bis zu zehn Prozent des Restmülls aus.

Was die Müllvermeidung angeht, liegen Stoffwindeln selbstverständlich klar vorne. Allerdings müssen Stoffwindeln nach jedem Gebrauch gewaschen werden und das erfolgt meist in der Waschmaschine, die Strom und Wasser verbraucht.

Laut einer Studie der britischen Umweltbehörde Defra aus dem Jahr 2008 sind die Ökobilanzen von Wegwerf- und Stoffwindeln in etwa vergleichbar. Zweieinhalb Jahre Wickeln mit Wegwerfwindeln verursachen laut der Studie im Durchschnitt 550 Kilogramm CO2-Emissionen, das Wickeln mit Stoffwindeln hingegen 570 Kilogramm.

Allerdings haben Eltern, die ihre Babys mit Stoffwindeln wickeln, mehr Möglichkeiten ihre Ökobilanz zu verbessern. Zum einen können sie weniger Windeln kaufen. In der Studie wurde mit 45 Stoffwindeln pro Familie und Kind gerechnet, Expert/innen halten jedoch auch die Hälfte für ausreichend. Außerdem können die Windeln weitergegeben werden beziehungsweise bereits Second Hand erworben werden.

Ein weiterer Faktor, von dem die Ökobilanz von Stoffwindeln abhängt, ist, wie viel Strom und Wasser die Waschmaschine verbraucht, ob es sich beim Strom um Ökostrom handelt, ob sie halbvoll oder voll läuft, bei welcher Temperatur die Wäsche gewaschen wird und ob ein Trockner verwendet wird oder die Windeln an der Luft trocknen. Auch das Material der Stoffwindeln spielt eine Rolle. Bei der britischen Studie wurde davon ausgegangen, dass sämtliche Stoffwindeln aus Baumwolle bestehen, allerdings gibt es auch Windeln aus nachhaltigeren Materialien.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die Verwendung von Stoffwindeln nicht von vornherein nachhaltiger ist als die Verwendung von Wegwerfwindeln. Allerdings bieten sich Eltern bei Stoffwindeln mehr Möglichkeiten, ihre Ökobilanz positiv zu beeinflussen.

Fazit

Für Eltern, denen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit am Herzen liegen, ist ein Umstieg auf Stoffwindeln also auf jeden Fall eine Option. Die riesigen Müllberge, wie sie von Wegwerfwindeln erzeugt werden, können so jedenfalls vermieden werden und mit etwas Achtsamkeit und Bewusstsein gelingt auch die CO2-Einsparung.

Foto: https://unsplash.com/photos/xFlVj0HFNCs

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