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Regional-saisonal bedeutet optimal vital – Wildniswissen für die Gesundheit

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Regional-saisonal bedeutet optimal vital – Wildniswissen für die Gesundheit

Betrachten wir unsere „Sandmännchen-Frucht“, die Kirsche. Kirschen können wir von Mitte Juni bis Mitte Juli ernten, also so um die Zeit der Sommersonnenwende. Kirschen enthalten Melatonin – dies ist ein Schlafhormon welches unser Körper bei Dunkelheit oder bei Abendrot vermehrt ausschüttet – welches uns sozusagen zur Ruhe bringt. Bei Tageslicht wird es kaum produziert, damit wir leistungsfähig sind. Zur Sommersonnenwende, also zu jener Zeit, in der wir, aufgrund der langen, hellen Tage, die geringste Melatoninproduktion im Körper haben, wächst in der Natur eine Frucht, welche uns – wenn wir sie essen – eben dieses beruhigende Melatonin zuführt. Zur Sommersonnenwende, in jener lichtdurchfluteten Zeit, in der die Kirschen in der Natur zu ernten sind, hilft sie uns, etwas zur Ruhe kommen zu können – und unterstützt uns darin wunderbar! Im Winter gegessen, würde sie uns hingegen noch müder machen, da die Melatoninproduktion im Körper zu dieser dunklen Jahreszeit ohnehin hoch ist. In meinen Büchern „Wildnisapotheke“ und „Wildniswissen“ erzähle ich Euch mehr davon.

Die Natur ist ein „Brief der Erde“ an uns Menschen, den wir nur zu lesen und zu verstehen brauchen …

„Zero waste“ – alle Pflanzenteile finden Verwendung:

Wildniswissen bei AmazonBleiben wir bei den Kirschen. Die Sorte der „Wildkirschen“ wurde umgangssprachlich einst „Säuferbaum“ genannt (Wildkirschen schmecken säuerlich und enthalten viel Magnesium). Hatte jemand am Vortag „zu tief in das Glas geschaut“, ging er morgens zum Wildkirschenbaum und aß auf nüchternen Magen möglichst viele Kirschen. Durch den hohen Magnesiumgehalt und den säuerlichen (die Leber anregenden) Geschmack ging es ihm danach zumindest so viel besser, dass er arbeitsfähig war.

Doch nun zurück zum einst selbstverständlichen Zugang von Zero Waste der Natur. Die reife Frucht der Kirschen essen wir oder kochen sie zu Marmeladen, Säften, Likören oder Kompott ein. Ihre Kerne trocknen wir – einerseits haben wir sie früher für längere Wegstrecken gegen den Durst mitgenommen. Ein Durstgefühl setzt ein, sobald im Mundraum eine gewisse Austrocknung erreicht ist. Um dies zu umgehen, „lutschte“ man die Kerne, an denen noch ein wenig Fruchtfleisch vorhanden war, wie etwa die Kirschenkerne. Andererseits trocknen und säubern wir die Kirschenkerne für Kirschkernkissen. Und was machen wir mit den Stielen? Auch diese werden getrocknet und bei Erkältungen als köstlicher Tee getrunken. Wichtig ist hierzu, nur die Stiele der reifen Kirschen zu verwenden, denn ist die Kirsche nicht reif, sind auch die Inhaltsstoffe der Stiele nicht ausgereift. So werden die Frucht, der Kern und der Stiel sinnvoll verwendet.
 

Das „Naturjahr“ in sich entdecken – jedes Jahr hat sein Tempo

Meine Bücher „Wildnisapotheke“, „Wildniswissen“, „Mein Kräutererbe“, „Hausmittel im Jahreskreis“ und „Rezepte durchs Bauernjahr“ sind im Takt der Natur des Pflanzenjahres verfasst. Im Kapitel Mai finden Sie jene Pflanzen mit ihren Verwendungen, Geschichten und Rezepten, die auch im Mai zu finden und zu ernten sind. Und ich lade Euch zu einer spannenden Reise des Lesens der Naturzusammenhänge ein. „Wenn der Ruf des Kuckucks ertönt, holst den Sauerklee aus dem Wald“. Denn sobald die ersten Rufe des Kuckucks zu hören sind, ist das Jahr bereits so weit fortgeschritten, dass der Sauerklee im Wald bereit zum Ernten ist. „Zeigt der Holunder seine Blüten, können auch frostempfindliche Pflanzen ins Freie gestellt werden“, denn der Holunder blüht erst, wenn die tiefen Frostnächte vorüber sind. In der Natur gibt es gewissen Fruchtfolgen – „Walderdbeeren findet man, sobald die Holunderblüte vorüber ist“, „Den Saunigel (Sarnikel) „grabst“, wenn die Früchte des roten Holunders reif sind“. Selbst die Jahreszeiten der Natur haben ihren eigenen Takt, der kaum noch mit unserem Kalender übereinstimmt, und wir erkennen diesen Takt an der Natur selbst: „Die Wildrosenblüten kündigen den Sommerbeginn, ihre Früchte den Winterbeginn an“, „Die Holunderblüten kündigen den Frühsommer, die Früchte den Frühherbst an“. Zur Zeit der reifen Holunderbeeren sollte noch einmal eifrig für den Wintervorrat gesammelt und eingekocht werden, da sich das Naturjahr bereits sehr zurückzuziehen beginnt.

Wettertendenzen an der Natur erkennen – Omas geniale Wetterpflanzen

Wildnisapotheke bei Amazon„Der Wiesenglöckchen Klingen wird trockenes Wetter bringen. Wenn das Wiesenglöckchen sich „versteckt“, wird es ein verregneter Tag.“ Die Wiesenglockenblumen sind häufig anzutreffen, – so wurden sie eine beliebte Wetterpflanze. Sie reagiert auf Luftfeuchtigkeit und Änderungen in den Lichtverhältnissen. Sind ihre Blüten aufrecht ausgebreitet der Sonne entgegengestreckt, bleibt es trocken und sonnig. Hängen die Blüten abwärts, dem Erdboden zugewandt, tritt entweder die Dämmerung ein oder es kommt trübes, regnerisches Wetter. Wirkt es, als würden sich ihre Blüten besonders weit abwärts senken, sie ihre Blütenköpfe sozusagen „einzuziehen“ versuchen, dann könnte ein Gewitter im Anzug sein. Wir erkennen an den Ästen der Nadelbäume ebenso die Wettertendenzen der nächsten Stunden, wie an den Wiesen oder Gartenpflanzen. In meinem Buch „Omas geniale Wetterpflanzen“ lade ich Euch auf eine Reise in das erstaunliche Phänomen der Wetterpflanzen ein, eine Reise zu dem einst selbstverständlichen Wissen der Landarbeiter und Bauern.

Fazit

 
Wildniswissen bedeutet, die Welt zusammenhängend zu betrachten; uns bewusst zu machen, dass wir inmitten des Wunderwerkes Leben ein Glied in der ganzen Lebenskette sind. Ein Glied, das mit allen anderen Gliedern das Wunder der Erde und das Wunder des gemeinsamen Taktes ausmacht. Mit jeder Tier- oder Pflanzenart, die ausstirbt, fehlt ein Glied in der Kette. Zunächst noch unmerklich, doch irgendwann fehlen so viele Glieder, dass jenes Ganze, jenes gemeinsame Wunderwerk sein Leben verliert und zu erkalten beginnt. Und wir mittendrin. Kehren wir wieder in dieses Miteinander zurück, lernen die Natur zu deuten, sie zu verstehen, aus ihr zu lesen, sie zu fühlen und finden dabei uns selbst, eingebettet in einem großen Ganzen …

Foto: pixabay.com

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