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Ratgeber: Nachhaltige Kleidung

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Was ist nachhaltige Kleidung?

Nachhaltigkeit bekommt immer mehr Bedeutung in unserer heutigen Gesellschaft. Insbesondere die Generationen, die jetzt heranwachsen, legen Wert darauf, dass die Waren, die sie kaufen, möglichst klimaneutral sind. Viele Unternehmen springen jedoch nur auf den Zug auf und zeichnen ihre Produkte als ressourcenschonend aus, was heute als „Greenwashing“ bezeichnet wird.

Was bedeutet „Nachhaltige Kleidung“?

Besonders wichtig ist, dass die Kleidung aus erneuerbaren Rohstoffen gefertigt ist und keinerlei Erdöl enthält, woraus Plastik gemacht wird. Die Ausnahme besteht in recycelten Substanzen, die aus Erdöl bestehen, beispielsweise PET-Flaschen. Eine gute Qualität sorgt dafür, dass eine Ware lange benutzt wird, was ebenfalls zur Nachhaltigkeit führt. Minderwertige Produkte werden schnell weggeworfen, wodurch wertvolle Ressourcen verschwendet sind, selbst wenn sie wiederverwertet werden können.

Des Weiteren sollten die Firmen über faire Lieferketten verfügen. Das heißt, dass weder Kinderarbeit bei der Produktion eingesetzt wird, noch das die Arbeiter und Arbeiterinnen ausgebeutet werden. Zudem wird Wert auf Arbeitssicherheit gelegt.

Aus welchen Materialien besteht nachhaltige Kleidung?

Bio-Baumwolle gehört zu den Rohstoffen, die am häufigsten verwendet werden. Hier muss ein Unterschied zur normalen Baumwolle gemacht werden, da diese sehr viel Wasser verbraucht und mit Pestiziden behandelt wird. Bio-Baumwolle benötigt ca. 91% weniger Wasser und erzeugt bis zu 94% weniger Treibhausgasemissionen. Zudem ist die Biovariante vollständig abbaubar.

Bio-Wolle wird vom Fell der Schafe oder Ziegen gewonnen. Der Unterschied zur normalen Wolle ist, dass die Tiere hier nicht leiden, sondern artgerecht gehalten werden. Das beinhaltet ausreichend Auslauf, unbehandeltes Futter und keine Überzüchtung. Bio-Wolle ist vollständig biologisch abbaubar und ist durch bestimmte Siegel erkennbar, beispielsweise GOTS (Global Organic Textile Standards), kbT (kontrolliert biologische Tierhaltung), RWS (Responsible Wool Standard) und „Naturtextil“ IVN Best.

Merinowolle wird vom Fell des Merinoschafs gewonnen. Im Gegensatz zur normalen Wolle besteht Merinowolle nur aus der Wolle des Merinoschafs. Hierbei gelten die gleichen Anforderungen an artgerechter Haltung wie bei der Bio-Wolle.

Bio-Leinen (auch Flachs genannt) werden aus der Flachsfaser gewonnen. Im Gegensatz zum normalen Leinen werden hier keine chemischen Dünger verwendet und der Anbau erfolgt im Fruchtwechsel. Auf Warmwasser-Röstung wird hier verzichtet, um kein Abwasser zu erzeugen, das die Umwelt belastet. Stattdessen wird eine alternative Röstung durchgeführt.

Weitere Materialien, die verwendet werden, sind unter anderem recyceltes Polyester, Econyl (Nylon-Material), SeaCell (Cellulose-Faser), Lyocell (auch TENCEL genannt, Regeneratfaser), Modal (Regeneratfaster), Hanffaser, Sojaseide, Bambus.

Holzclogs von Softclox

Aus welchen Materialien bestehen nachhaltige Schuhe?

Pflanzlich gegerbtes Leder beschreibt Leder, das mit einer von etwa 300 verschiedenen Pflanzenarten gegerbt wurde. Oft wird hierfür Fichten- und Eichenrinde verwendet. Bezeichnet wird es auch als Altgerbung, Lohgerbung, Grubengerbung, vegetabile Gerbung, Pflanzengerbung, Naturleder und Bio-Leder. Naturkautschuk wird aus dem Milchsaft von Kautschukpflanzen gewonnen. Recycling-Kunstleder besteht unter anderem aus PET-Flaschen und Pflanzenöle ersetzen die herkömmlichen Weichmacher.

Was macht nachhaltige Schuhe aus?

Den Erwartungen entsprechend geht es in erster Linie um das verwendete Material. So ist chemisch gegerbtes Leder tabu, womit gleichfalls die Schuhe frei von Giftstoffen sind, die sonst beim Gerben des Leders eingesetzt werden. Zusätzlich gelten die gleichen Maßstäbe, die bereits oben für die Kleidung erwähnt wurden.

Ein Beispiel für nachhaltige Schuhe sind die Holzpantoletten von Softclox, deren Sohle aus Holz besteht. Kurze Transportwege und „Made in Europe“ sind nur einige der Vorzüge.

Um nachhaltige Schuhe erkennbar sind, werden diese mit unterschiedlichen Siegeln gekennzeichnet. Dies sind beispielsweise „der blaue Engel“, „Fairtrade“, „Öko-Tex 100“ und „Made in Green“. Die härteste Zertifizierung ist die „IVN“ (Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft).

Vorteile nachhaltiger Kleidung

Bei der Herstellung wird auf faire Arbeitsbedingungen geachtet, beispielsweise staub- und giftfreier Arbeitsplatz und ausreichend Pausen. Es gibt weder Kinderarbeit noch Niedriglöhne. Im Allgemeinen ist ökologische Kleidung von höherer Qualität und somit langlebiger und der Tragekomfort ist angenehmer. Da nur nachwachsende Rohstoffe verwendet werden, die biologisch abbaubar sind, ist nachhaltige Kleidung nicht nur ressourcenschonend, sondern schadet unserer Umwelt nicht.

Nachteile nachhaltiger Kleidung

Im Gegensatz zu herkömmlicher Kleidung ist diese wesentlich teurer, was auf die aufwendigere Produktion zurückzuführen ist. Leider ist die Nachhaltigkeit jedoch nicht oder nur schwer nachvollziehbar, weil man als Endkunde nicht den Überblick über die komplette Lieferkette hat und sich auf Siegel und Zertifizierungen verlassen muss. Diese sind teilweise verwirrend und können sogar gefälscht sein. Auch die Optik unterscheidet sich von den glänzenden und glatten Stoffen der gebräuchlichen Kleidung. Zudem sind die Geschäfte eher mit der „Billigkleidung“ ausgestattet, da die nachhaltige Mode erst langsam in den Modemarkt eintritt.

Foto: pixabay.com / softclox.com

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