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Gardinen und Vorhänge aus ökologischen Materialien

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Gardinen und Vorhänge aus ökologischen Materialien

Gardinen gibt es in unzähligen Farben, Formen und mit verschiedenen Mustern und Designs. Auch bei der Materialwahl gibt es eine große Auswahl – von Wolle und Baumwolle über Seide und Leinen bis hin zu Synthetikfasern und Naturmaterialien. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Stoffe, die für die Fensterverkleidung genutzt werden, und worauf Sie beim Einkauf von Vorhangtextilien in Bezug auf Fairness und Nachhaltigkeit achten sollten.

Vom Anbau über Kreation bis zur Produktion: Ethische Standards der Textilbranche beachten

Unabhängig davon, ob nachhaltige oder nicht-nachhaltige Stoffe für Gardinen verwendet werden, sind die sozialen Bedingungen bei der Produktion von Textilien äußerst wichtig. Denn die Textilindustrie ist leider bekannt dafür, dass die Rahmenbedingungen von vielen Arbeitern und Näherinnen eher schlecht aussehen.

Ziehen Sie sich vor Augen, dass eine faire Produktion bei günstigen Preisen nicht möglich ist – dies bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass teurere Textilien, Gardinen und Vorhänge automatisch für ethische Standards sorgen. Teilweise werden billige Textilprodukte in der gleichen Fabrik gefertigt, wie Markenware und angesagte Kleidungsstücke, die im Einzelhandel vergleichsweise teuer verkauft werden. In der Preiszusammensetzung zeigt sich leider allzu oft, dass die Arbeitskosten, also die Löhne, mit weniger als einem Prozent einfließen. Der Mammutanteil ist die Verkäufer-Gewinnmarge, von denen überwiegend die Händler und Zwischenhändler profitieren.

Daher sollten Kunden beim Textilkauf sich nicht nur am Preis orientieren, sondern auf eine faire Herstellung und bekannte Zertifizierungsmerkmale achten. Für den Kauf von Fenstertextilien empfehlen sich Händler, die Gardinenkollektionen mit ökologischen und ethischen Standards in Sachen Herstellung und Material anbieten. Auf diese Weise kann sichergegangen werden, dass die Umwelt geschont und die Arbeiter angemessen bezahlt werden können.

Tipp: Die Angabe des Herkunftslandes ist bei Textilien für den Endkunden nicht immer aufschlussreich. Zum einen ist eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Textilhersteller bisher noch keine Pflicht, zum anderen garantiert die Auskunft noch nicht, dass die Kleidung, Gardine oder andere Stoffprodukte dort auch wirklich zugeschnitten und zusammengenäht wurden. Teilweise können sich Kunden durch scheinbar „sichere“ Herkunftsländer täuschen lassen, obwohl selbst in einigen europäischen Ländern menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Löhne nicht gegeben sind – etwa bei der Produktion in Osteuropa.

Das Material Polyester – praktische Kunstfaser mit Vor- und Nachteilen

Polyester ist ein Überbegriff für verschiedene Kunststoffe, die neben dem Einsatz in PET-Flaschen, Lebensmittelverpackungen und anderen plastikhaltigen Produkten zudem in der Textilindustrie verwendet werden. Polyesterfasern können rein oder in Kombination mit Baumwolle oder anderen Stoffen in Textilien verarbeitet sein. Aufgrund der hohen Reißfestigkeit und Formstabilität wird das Material in Kleidung, Decken, Bezügen und auch in Vorhängen und Gardinen genutzt und geschätzt.

Neben den vielen Vorzügen von Polyester ist das Material allerdings in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz nicht ganz unproblematisch:
Zum einen lösen sich kleinste Fasern immer wieder aus dem Stoff, welche beim Waschen ins Abwasser gelangen. Die Kläranlagen können diese nicht biologisch abbaubaren Mikroplastikpartikel kaum filtern, weswegen sie in Grundwasser, Gewässer und die Umwelt gelangen, wo sie für die Tier- und Pflanzenwelt eine Belastung darstellen. Über die Nahrungskette gelangt das Mikroplastik anschließend zum Menschen zurück – nahezu in jeder Speise befindet sich ein geringer Anteil dieser winzigen Kunststoff-Partikel.

Zum anderen sollte bedacht werden, dass Polyester aus Erdöl gefertigt wird, bei dem es sich um einen nicht-erneuerbaren Rohstoff handelt. Aufgrund der begrenzten Reserven wird das Öl von immer mehr Produzenten aus unkonventionellen Quellen mit aufwändigen Verfahren und umweltschädigenden Effekten gewonnen. Hinzu kommen die üblichen Probleme der Erdölförderung, wie die Rodung von Wäldern, die energie- und wasserintensive Aufbereitung, bei der giftige Flüssigkeiten in unsere Wasserquellen geraten können sowie die potenziellen Umweltkatastrophen durch Unfälle bei Förderung und Transport.

Gardinen und Vorhänge – ökologische Stoffe für Textilien

Selbst bei ökologischen Alternativen für Gardinen und Vorhängen sollte Wert auf Bioprodukte gelegt werden, denn auch hier können viele Faktoren für Umweltprobleme und unethische Arbeitsbedingungen sorgen – beispielsweise sterben jährlich 30.000 Menschen bei der Baumwollproduktion. Zu den ökologischen Textilstoffen gehören überwiegend Baumwolle, Seide, Hanf und Leinen:

Baumwolle: Baumwolle gehört zu einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wird seit mehr als über 6000 Jahren angebaut. Der Stoff ist sehr saugfähig, zart, zugfest und pflegeleicht. Der nachhaltige Baumwollanbau trägt erheblich dazu bei, die konventionelle Baumwollwirtschaft, bei der viel Wasser und Spritzgift benötigt wird, einzudämmen.

Seide: Seide ist im Vergleich zu Wolle kein Haar, sondern ein Faden der Seidenraupe – dennoch gehört es zu einem tierischen Faserstoff. Seide ist bekannt für seine Weichheit, temperaturausgleichende und hautberuhigende Wirkung sowie seine Eigenschaft, Feuchtigkeit weiterzuleiten. Daher wird Seide neben Gardinen auch gerne für Bettwäsche genutzt. Bei dem Anbau von Bio-Seide wird darauf geachtet, dass die Maulbeerbaumplantagen, die für die Seidenzucht benötigt werden, nachhaltig und biologisch betrieben werden.

Hanf: Hanf ist eine gute Wahl als ökologischer Textilstoff, da es sich um einen schnell nachwachsenden Rohstoff handelt – in vier Wochen kann die Pflanze mehr als einen Meter wachsen. Die Fasern von Hanf sind robust und strapazierfähig und ähneln im Aussehen mit ihrem Glanz Leinen. Zudem werden für den Anbau von Hanf kaum Pestizide und Herbizide benötigt, weswegen die Pflanze eine große Chance im Bereich von ökologischen Textilien bietet.

Leinen: Leinen ist wie Baumwolle eine alte Kulturpflanze, von der weltweit bisher allerdings nur ein sehr kleiner Teil biologisch kontrolliert angebaut wird. Die langen Leinenfasern sind langlebig und atmungsaktiv. Zudem sind sie unempfindlich gegenüber Schmutz und verfügen über eine kühlende Wirkung. Mit dem Kauf von Bio-Leinen können Sie den ökologischen Anbau der Pflanze stärken.

Zum Schutz der Näher und Arbeiter lohnt es sich beim Kauf von Textilien wie Gardinen und Vorhängen auf Siegel, Zertifizierungen und weitere Qualitätsmerkmale zu achten, die menschengerechte Arbeitsbedingungen und faire Löhne gewährleisten und fördern. In Bezug auf die Nachhaltigkeit empfiehlt sich der Einsatz von ökologischen Bio-Textilmaterialien, die umweltfreundlich erzeugt werden und den Menschen im Anbau und bei der Produktion keinen Schaden zufügen. Zum einen kann mit Naturfasern ein schadstofffreies Endprodukt ermöglicht werden, welches aufgrund der biologischen Abbaubarkeit den Nachhaltigkeits-Kreislauf schließen kann und zum anderen den ökologischen Fußabdruck minimiert.

Fotokollage: hschmider und Gellinger / pixabay.com

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Kommentare

Nora 30. Oktober 2019 um 11:13

Ich muss neue Gardinen kaufen und möchte gerne eine nachhaltige Lösung finden. Ich versuche immer mehr auf die Umwelt und auf ökologische Möglichkeiten aufzupassen. Sehr interessant, dass Leinen eine kühlende Wirkung anbietet. Das klingt auf jeden Fall gut, danke für den Tipp!

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